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Am Rande des Nuklearkrieges - Kubakrise 1962
„Wir werden Euch begraben.” (Chruschtschow 1956 [Zeit])
Der Artikel schildert in chronologischer Reihenfolge die Ereignisse und Hintergründe der Kubakrise von 1962. Inhalt:
1. Vorgeschichte
Die ehemalige UdSSR hatte vor der Kubakrise niemals Nuklearwaffen außerhalb ihres Einflussgebietes stationiert. Im Gegensatz dazu hatte die USA bereits in der Türkei Mittelstreckenraketen vom Typ Jupiter aufgestellt.
2. Beginn der Kubakrise
14.10.1962 erfolgte ein Erkundungsflug einer amerikanischen U-2 über Westkuba. Denn Seit dem Spätsommer waren eine hohe Anzahl an Ostblock-Frachtern in kubanischen Häfen eingetroffen. Anhand der Luftaufnahmen wurden dort sowjetisches Personal und der Aufbau von Luftabwehrraketen vom Typ SAM (Defensivwaffen) wahrgenommen. Die Luftabwehrraketen waren in erster Linie Verteidigungsmaßnahmen aufgrund der versuchten Invasion der Amerikaner von 1961. 15.10.1962 wurde eine sowjetische Mittelstreckenraketen-Basis auf den Luftaufnahmen entdeckt. Auch war somit eine „Aufrüstung Kuba durch die Sowjetunion” belegt und die russische Täuschung belegt. Zwar beteuerte die sowjetische Führung (Chrustschow, sein Botschafter Dobrynin und der Außminister Gromyko) nach wie vor ihre defensive Absichten. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt nicht klar ob es sich um offensive oder defennsive nukleare Mittelstreckenraketen handelte. 16.10.1962 wurde eine sowjetische Mittelstreckenraketen-Basis auf den Luftaufnahmen entdeckt. Auch war somit eine „Aufrüstung Kuba durch die Sowjetunion” belegt. Zwar beteuerte die sowjetische Führung (Chruschtschow, sein Botschafter Dobrynin und der Außenminister Gromyko) nach wie vor ihre defensive Absichten. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt nicht klar ob es sich um offensive oder defennsive nukleare Mittelstreckenraketen handelte. Als Reaktion auf die russische Provokation ruft Kennedy zunächst ein Krisenmanagement ein - Executive Committee (EX COMM). Neben dem Beweis für die russische Täuschung waren auch folgende Ziele im Vordergrund:
3. Die fünf Thesen des Theodore Sorenson
Neben den oben genannten beschäftigte sich die von Kennedy einberufene Kommission mit der Frage: Warum der Kreml eine solche irrationale Abkehr von dem sonst einigermaßen berechenbaren Umgang mit Nuklearwaffen?
Kennedy befürwortete die erste Theorie. Auch war bereits eine weitere sowjetische Handelsflotte mit ihrer gefährlichen Fracht unterwegs nach Kuba. Daher stellte man sich in Weißen Haus nur die, wie man der Raketengefahr begegnen soll? 4. Invasion, Luftangriff oder Seeblockade?
Es gab nur die Optionen Invasion, Luftangriff oder Seeblockade, um der russischen Bedrohung auf Kuba zu begegnen. Eine Invasion („Nimm Castro Kuba weg”) war aufgrund der sowjetischen Vergeltung in Berlin zu riskant (Atomkriegsgefahr). Als eine weitere Alternative stand ein Luftgriff gegen die aufgestellten Raketen zur Debatte - „chirurgischer Schlag”. Allerdings waren die Bedenken größer als die Befürworter:
Am Ende war nur die Seeblockade (Quarantäne - „Teilblockade gegen offensive Waffen”) die ideale Gegenreaktion auf die russische Bedrohung. Eine Seeblockade begrenzte zwar zunächst die amerikanische Aktion, aber ließ Kennedy nach wie vor die Option offen, seine Antwort auf die Raketen zum Luftangriff und zur Invasion zu steigern. Des Weiteren ließ diese Vorgehensweise umgekehrt den Rückzug für Chruschtschow offen. 5. Quarantäne
Am 24.10.1962 erreichte die Krise ihren Höhepunkt mit der amerikanischen Seeblockade (direkte Konfrontation). Die Blockade umfasste sechs US-Zerstörer, drei Kreuzer und einen Flugzeugträger. Dem gegenüber standen 18 Sowjetfrachter mit U-Boot Begleitschutz. Am 25./26.10.1962 kehrten die sowjetischen Frachter um und führte zu einer Entschärfung der Lage (Verhandlungsbasis). Die Quarantäne zeigte bereits erste Erfolge, aber dennoch war die Krise noch nicht beendet. Denn während der Blockade wurden auf Kuba immer mehr Raketen operationsfähig. Erst der Brief von Chruschtschow an Kennedy am 26.10.1962 entspannte die Gesamtsituation. Denn Chruschtschow bekundete damit seinen Willen zum Einlenken unter folgender Voraussetzung: sowjetische Raketen seien unter der Überwachung der UNO abzubauen und nach Russland zurück zu verschiffen. Zugleich ist eine wichtige Voraussetzung hierfür, dass die USA nicht in Kuba landet. 6. Ergebnisse der Krise
Als Folge der Kubakrise wurde in den nachfolgenden Jahren eine militärische Entspannungspolitik eingeleitet. Die USA erkennte Kuba an und baute ihrerseits die Jupiter-Raketen in der Türkei ab. Auch unterzeichneten die beiden Großmächte einen Vertrag zur Einstellung aller Atomversuche (mit Ausnahme der unterirdischen Test). Die Verlierer waren Fidel Castro und Kuba. Denn Castro musste ohnmächtig zu sehen, wie sich die Großmächte einigten und ihm die Waffen fortnahmen, die ihm zunächst übergeben wurden. Castro verweigerte trotz sowjetischem Drucks die zugesagte Überwachung des Rücktransportes durch die UNO. Daher übernahm die amerikanische Flotte die Überwachung des Rücktransports der 42 Mittelstreckenraketen. Kuba leidet seit dem unter dem Wirtschaftsembargo der USA. Das Embargo hat eine Verschlechterung der gesamten Infrastruktur zur Folge (schlechte Medizinversorgung, Mangel an alltäglichen Gütern, ...). Auch durch die Wirtschaftsmisere seit dem Zusammenbruch des Ostblockes verschärfte die Situation in Kuba (85% des Au&zlig;enhandels verloren). Die zunehmende Kriminalität und Prostitution. Die „Komitees zur Verteidigung der Revolution” (CDR - spanisch: „Comités de Defensa de la Revolución„ [Wiki]) sind sowohl Wohltäter (Kulturhaus, Medizinversorgung, ...) als auch eine Spitzel- und Überwachungsorganisation (soziale Kontrolle). Nichtregierungsorganisationen betreiben u.a. den Sozialstaat. Dennoch gab es im Sommer 1994 aufgrund der sozialen Spannungen eine große Flüchtlingswelle nach Florida.
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